
Ich habe mir eine paar Tage frei genommen. Cathrin und ich sind dann am Mittwoch Spätnachmittag Richtung Wilsons Promontory, ein sehr schöner und bekannten Nationalpark ca. 3 Autostunden von Melbourne weg. Auf dem Weg hat ein Koala und ein Wombat die Strasse überquert. Der Koale war noch "relativ" flink, aber der Wombat hat es von der ersten Sichtung bis zur Vorbeifahrt, wohlgemerkt bei Fernlicht, gerade geschafft, den Kopf in meine Richtung zu drehen. Da wird Zeitlupe nei definiert ;-)
Wir haben ein Haus für 6 Personen gebucht, uns aber in der nahe gelegenen "Stadt" Foster zum Abendessen verabredet. Es war wirklich schön die alten Bekannten wiederzusehen! Und doch irgendwie normal, komisches Gefähl. Man kann nicht wirklich behaupten, dass Foster lebt. Wir haben gerade noch so etwas zum Abendessen denn, letzte Bestellung 20:30. Das ist man weder von Tokyo noch von Melbourne gewohnt. Egal, wir haben was bekommen.
Abends auf die Hütte, noch ein wenig Schwätzen, bevor es dann ins Bett ging.
Die Wettervorhersage für den nächsten Tag war eher bescheiden, sprich Regen und diesmal hat es ausnahmsweise auch mal gestimmt. Die Begeisterung war natuerlich nicht riesig, aber wenn man schonmal da ist.
Wir wollten eigentlich mal wieder auf den höchsten Berg, da man von dort aus ne tolle Sicht über die Halbinsel mit ihren Felsen und Stränden haben soll. Leider war Mt. Oberon genauso wie Mt. Williams in Wolken gehüllt. Wenigstens sind wir diesmal nicht mitten in der Nacht dafür aufgestanden.Wir haben uns dann bei der Touri-Info eine nette, nicht allzu lange Strecke rausgesucht, denn es hat ja schliesslich geregnet.
Die Strecke war schön, aber der Regen hat die Stimmung schon gedrückt. Die Gegend ist toll, da werden wir sicherlich noch ein paar mal hingehen, aber an dem Tag haben wir beschlossen, lieber nach Melbourne zu fahren. Wir haben unsere Brote an der Touri-Info untern Sonnen- bzw. Regensegel gegessen und wurden von Vögeln attackiert, die scharf auf unser Brot waren. Die Vögel waren Menschen mehr gewohnt als wir Vögel, daher war es schon nervig, wenn die Viecher ständig auf dem Tisch landen oder manchmal sogar auf Köpfen. Da bringt es auch nicht, dass die Vögel irgendwelche Sittiche waren mit blaurotem Federgewand.
An dem Abend haben wir noch einen kleinen Spaziergang am Meer zum Elwood-Turm gemacht, ehe wir dann ins Bett sind.
Am nächstem Tag Stand Melbourne auf dem Programm. Wir sind relativ spät los, so gegen 10:45 und sind dem Golden Trail durch die Stadt gefolgt, der an den meisten Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Eigentlich ist es vermutlich so gedacht, dass man in jedes Gebäude reingeht, wie z.B. Museum, Parlament usw, aber das haben wir uns gespart ;-) Vom Ende der Tour noch schnell durch Melbourne Central, meinen Lieblingsbahnhof, weil sie eine riesen Glaskuppel über den Shot Tower gebaut haben. Dazu noch ein grosses Einkaufszentrum, erinnert mich das ganze ein wenig an Japan.
Anschliessend zum QVM (Queen Victoria Market), wo wir Meat Pie gegessen haben, eine australische "Spezialität". War aber lecker, ist irgendwie eine Pastete mit Gulasch, oder so ;-) Mittlerweile gibt es die Dinger in allen Geschmackvarianten, sogar ohne meat.
Das nächste Ziel war das Eureka Gebäude, das höchste der südlichen Hemisphere. AUf dem 88. Stock gibt es eine Aussichtsplattform. Als besonderen Spass kann man für ein paar extra Dollar "The Edge" betreten, einen horizontalen Aufzug aus Glas, der seitlich aus dem Gebäude rausfährt. Alex war wir immer sehr reserviert, wenn es im Höhe geht und hat sich von den Fenstern ferngehalten.
Anschliessend sind wir am Yarra River entlang bis zum Botanischen Garten spaziert. Zum Glück war der Tag sonnig, man konnte meistens im T-Shirt laufen. Durch den Botanischen Garten, der noch relativ leer ist im Verglich zum Sommer, habe wir uns zum Albert Park durchgeschlagen. Dazu mussten wir nur eine Kreuzung überqueren. Nach ca. 3km im Albertpark waren wir in St.Kilda mit Ziel St.Kilda Peer. Dort waren wir pünktlich zum Sonnenuntergang. Nach kurzem Warten auf den Bus und der Heimfahrt gab es dann selbstgegrillte Hamburger, wie es sich gehört in Australien! ;-)
Am nächsten Tag war die Great Ocean Road angesagt. Am Wochenende ist diese ziemlich voll, also sind wir nicht zu spät los. Nach gut 1 1/2 Stunden waren wir dann dort, aber sie ist ja kein Punkt, sondern eine Strasse, d.h. wir hatten noch einige Stunden Fahrt vor uns, unterbrochen durch den ein oder anderen Halt an einem Wasserfall, Leuchtturm, Felsformationen, Aussichtspunkte. Mittag gegessen haben wir in Lorne, Fish and Chips,
wobei die Chips für eine Person eigentlich eine Familienpackung war.Auch wieder kurz vor Sonnenuntergang waren wir bei den Zwölf Aposteln, der Sonnenuntergang gibt den Felsen nochmal einen besonderen Farbton. Alex hat sich schon beschwert, dass vor ein paar Monaten eine berühmte Felsformation in der Nähe der Zwölf Apostel eingestürzt ist, aber am 26.09.2009 ist einer der Zwölf Apostel eingestürzt, also ein paar Tage nachdem wir da waren. Jetzt sind es nur noch sieben, Tendenz sinkend ;-) (Da kommt mir irgendwie "Zehn kleine Negerlein/Jägermeister" in den Sinn).
Übernachtet haben wir in Port Fairy. Wir hatten schon von zu Hause was reserviert, was auch sehr gut war, denn wie sich herausgestellt hat, haben an dem Wochenende die Frühlingsferien angefangen. Es war fast alles ausgebucht.
Wir sind dann so gegen 20:30 in die "Stadt" zum Abendessen. Hier haben auch gerade alle Küchen geschlossen, irgendwie müssen wir mehr auf die Zeit achten, wenn wir in die Pampa fahren. Wir haben aber noch eine Pizzeria gefunden die bereit war Pizza for Take away zu machen. Mal wieder Glück gehabt. Zurück in die Bude, die A****kalt war. Die Gasheizung war irgendwie kaputt oder ich zu doof zum Bedienen. Im ersten Stock gab es eine elektrische Heizung, die haben wir voll aufgedreht. Habe trotz der Kälte gut geschlafen.
Der nächste Morgen war sonnig und mit Blick auf Meer. Unser Haus war direkt am mehr gelegen, nur durch den Wendehammer getrennt. Abends haben wir es nicht gesehen, sondern nur gehört. So muss man Urlaub machen. Leider hatten wir aber keine Zeit für so Spässchen, sondern wir wollten noch zu den Grampians, wieder nach Halls Gap.Vor uns lagen gut 2 Stunden Autofahrt. Wir hatten ein ähnliches Programm wie schon mit unserer Badminton-Gruppe. Wonderland Walk, aber die gekürzte Variante vom Wonderland



Car Park, dann zu den Balconies, weiter zu den McKenzie Falls und zum Borooka-Lookout. Das hat gereicht für den Tag. Hütte bezogen und im Supermarkt Abendessen gekauft. Diesmal wären wir sogar früh genug da gewesen um sogar etwas zu bekommen, aber da Ferien waren, war alles voll, zumindest laut der Gastgeberin. Aber das wir ne Küche hatten, war es einfacher und auch wesentlich billiger einfach Spaghetti zu kochen. Der Klassiker geht immer ;-)
Und analog zu der Grampians-Tour 4 Wochen zuvor, wollten wir wieder den Versuch des Sonnenaufgangs auf Mt.Williams unternehmen. Abends sah es gut aus und morgens weit und breit keine Wolke, nur Sterne. Da wir diesmal einen freien Blick auf dem Himmel hatten, war ich mit sicher, dass der uns diesmal nicht veräppelt. Da es Richtung Frühling geht, sprich die Sonne
immer früher aufgeht, mussten wir schon um 4:30 aufstehen. Puh, ABER es hat sich gelohnt. Astreiner Sonnenaufgang, bei weitem nicht so gut wie auf Fuji san, aber dennoch sehr schön. Nicht so windig, ca 5°C und klare Sicht.Da konnten wir zufrieden zum Frühstücken nach Hause fahren. Nachdem wir uns gestärkt haben, sind wir weiter ganz in den Norden der Grampians, zu einer Wanderstrecke, die uns der Mitarbeiter im bei der Touri-Info empfohlen hatte. Und die Strecke war wirklich toll. Start am Campingplatz durch eine Buschlandschaft, dann durch Wald mit immer mehr und grösseren









Felsen. Immer wieder mussten wir auf Felsen rauf und sind somit aus dem Wald aufgetaucht und konnten über die Grampians schauen. Ziel war der Gipfel des Mt Stapylton. Es sind nicht alle bis oben hin, denn dazu musste man ein wenig am Felsen hoch klettern. Aber der Blick war es wert. 360°, auf der einen Seite die kompletten Grampians, auf der anderen Seite nur Weite und flaches Land.
Der Abstieg ging dann relativ schnell und dann ging es eigentlich nur durch Bush/Wald zurück. Die letzten paar Minuten hat es angefangen zu tröpfeln. Als wir am Auto waren hat es geregnet, danach wurde es von Minute zu Minute heftiger. Diesmal hatten wir wohl Glück mit dem Wetter. Eigentlich hat wir noch ne Kleinigkeit auf dem Programm. Aber wir waren schon ein wenig geschafft, der Regen hat uns dann den Rest gegeben.
Zum Abendessen gab es dann wieder Spaghetti ;-) Da wir schon um 4:30 an dem Tag aufgestanden sind, waren die Luft dann auch irgendwie raus.
Am Dienstag war unsere letzter gemeinsame (Teil-)Tag. Da die Urlauber nach Adelaide wollten, was ein 7 Stunden-Fahrt ist, bot es sich an, am Little Desert National Park einen kleinen Halt zu machen und die schönen Blumen im Frühjahr zu betrachten. Naja, touristisch erschlossen ist das Gebiet noch nicht so richtig, denn die Schilder war nicht so dolle. Wir haben den angepeilten Wanderweg nicht gefunden, dafüer aber eine abenteuerliche Fahrt auf schlammigen Feldwegen, denn in der Nacht zuvor hat es geschüttet. Das Auto so aus wie eine Wutz im Schlammloch, wir haben einen kleinen Spaziergang in der "Wüste" gemacht, aber dann auch schon irgendwie die Lust verloren. Wir waren irgendwo, nur nicht wo wir hinwollten und so richtig dolle war es dann auch nicht. Nicht schlecht, aber im Vergleich zu anderen National Parks eben nichts besonderes.
Also sind wir in die "Stadt" zum Mittagessen. Wir hatten uns Brote geschmiert, also waren wir unabhängig. Die "Stadt" war mal wieder ein Symbol alter Zeiten, als man noch nicht weit mehr als 500km am Tag fahren konnte, die aber als Pausenstadt nicht mehr so wirklich "gebraucht" wird. Ich wollte da auf keinen Fall wohnen, aber man ist da unter sich ;-)Nach dem Essen mussten wir uns dann leider trennen. Die vier sind Richtung Adelaide und wir zurück nach Melbourne.
Es war wirklich schön wieder mit Freunden aus der Heimat etwas zu unternehmen!
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