Sonntag, 23. August 2009

Die Grampians

Ende August sind wir dann man wieder auf Tour, mit unserer asiatischen Badminton Clique. Ziel war die Grampians, sprich in genau die entgegengesetzte Richtung von Phillip Island.
Morgens sind wir so gegen 7:30 losgefahren und nach ca. 3 Stunden Fahrt in Halls Gap, die "Urlaubsstadt" in den Grampians. Geplant war eine Übernachtung in einer Acht-Mann-Hütte. Aber es war ja noch lange nicht Abend. Heute Stand der Wonderland Walk auf dem Programm. Start war im Tal in Halls Gap hoch zu den Pinnacles, einer der berühmten Felsvorsprünge. Der Beginn ist am Campingplatz, einem beliebtem Tummelplatz für Kängurus, das erste Highlight. Danach war nur noch "high", sprich wir mussten am Anfang einige Höhenmeter zurücklegen. Aber im Vergleich zu unseren Wanderungen in Japan war das ein Spaziergang. Die anderen hatten keine wanderintensive Vergangenheit und hatten doch ziemlich zu kaempfen ;-) Der erste Kilometer war der härteste, da es nur steil bergauf ging. Aber wie immer wenn man hoch geht, wird man mit einem tollen Blick belohnt. Nicht ganz oben aber direkt unterhalb einer grossen Felswand ging die Wanderung ohne grössere Steigungen weiter. Die letzten paar hundert Meter zu den Pinnacles gingen dann durch ein Felsenmeer. Oben angekommt stand man am Rand eine Felswand, an der es senkrecht (kommt einem zumindestens so vor ;-) ins Tal runter geht. Oben gabs dann ausgiebig Mittagessen zum Krafttanken. Vom Abstieg waren wir dann sehr positiv ueberrascht. die "Silent Street" ist eine 1 bis 2 Meter breit Schlucht, durch die man Richtung Tal geht. Sehr beeindruckend. Zwischenzeitlich war es dann wieder normaler Wald mit Felswänden. Kurz vor dem Wonderland Car Park gab es dann den "Great Canyon". Bei weitem nicht das gleiche wie in den USA, da es sich nur um ein paar hundert Meter handelt, aber es war schon spektakulär über die Stufen in den Canyon abzusteigen und dort weiter zu marschieren.
Abschliessend ging es dann relativ gemütlich ins Tal, vorbei an "Venus Bath" eine glattgespuelte Passage eines Bachs, in dem sich kleine Badepfützen gebildet haben (Ich glaube da stand, Baden sei verboten. Vermutlich gilt das nicht für Venus ;-)
Noch ein paar Sachen im Supermarkt gekauft, dann gab es Abendessen. Pizza, jeder durfte eine machen, wurde dann mit allen geteilt.
Da die Häuser nichts so dolle isoliert waren und August ein ziemlich kalter Monat ist, haben wir den Kamin zur "Weissglut" gebracht ;-)
Dann waren noch die Pläne für den nächsten Tag zu definieren. Im Prospekt haben wir ein Foto von Mt.Williams gesehen, bei Sonnenaufgang. Das sah beeindruckend aus, also dachten wir, dass muessen wir sehen! Problem nur, dafür muss man um 5:00 Uhr aufstehen und braucht gutes Wetter. Also Wecker gestellt, um 5 rausgeschaut. Man konnte ein paar Wolken sehen, aber auch viel Sterne. Prima, los geht. 5:30 Abfahrt, nochmal durch die Baumwipfel geschaut, sternenklar!
Nach einer knappen halben Stunde waren wir dann am Parkplatz zu Mt.Williams. Aber da war nix von Sternen, nur Wolken. Mal grob umgeschaut, war ja noch ziemlich dunkel. Eine geschlossen Wolkendecke über den ganzen Grampians, nur ganz lokal eine Lücke. Genau da war unsere Hütte...
Egal, vielleicht ist ja oben wieder alles klar, muessen ja noch ca. 2 km steil bergauf laufen. Aber da waren wir zu optimistisch, denn oben war alles dich, noch keine 50 Meter konnte man schauen. Wir haben trotzdem den Sonnenaufgang abgewartet, den man daran erkennen konnte, dass der Nebel eine leicht gelbliche Farbe bekommen hat. Es war ca. 3°C sehr starker Wind und Nebel und das um ca. 7:00. Natürlich sind wir dann enttäuscht wieder zurück. Auf dem Rückweg wurden wir dann ein wenig entschädigt, denn die Wolkendecke riss teilweise auf, was ein schönes Lichtspiel ergab.
Zu Hause gab es dann Frühstück, aufräumen und dann zu den Standard Sehenswürdigkeit, den "Balconies". Dort waren wir letztes Jahr schon gewesen, also keine Überraschung, aber immer noch beeindruckend. Darauf folgte der Borooka-Lockout, den wir auch schon kannten, bevor es in den Süden der Grampians nach Dunkeld ging, wo es ein ausgezeichnetes Restaurant gab. Das Restaurant hat nur Abends auf und man muss Monate vorher buchen, daher mussten wir mittags mit dem Bistro vorlieb nehmen. Das Essen war ganz gut, aber nicht rekordverdächtig.
Nach dem relativ späten Mittagessen mussten wir auch schon den Heimweg antreten. Yoshi hat noch eine Dairy Farm entdeckt, bei der es verschiedenste Schafsmilchprodukte gab.

Sonntag, 9. August 2009

Phillip Island

Dieses Wochenende haben wir unseren ersten richtigen Wochenendausflug mit Übernachtung auswärts auf Phillip Island.
Wir sind etwas später gestartet als geplant, aber irgendwie ist am Wochenende früh aufstehen schwierig ;-)
Zur Mittagszeit waren wir dann an unserer Unterkunft, nach ca. 2 Stunden reibungsloser Autofahrt. Die Unterkunft haben wir über Cathrin's Freudin Alison aus Japan, deren Mutter ein Ferienhaus hat. Direkt am Smiths Beach gelegen, konnte man das Meer und die Steilküste vom Balkon aus sehen.
Phillips Island ist nicht sonderlich groß, ca. 25 auf 10km, voll mit Rindern, Schafen, saftigen Wiesen und viel Steilküste und Strand.
Nach einem Souvlaki zum Mittag haben wir die Wanderung auf Cape Woolamai (Day walks Melbourne Nr. 40) in Angriff genommen. 8km Rund-"Wanderung" der einfachsten Kategorie. Los ging es am Strand, dann kontinuierlich der "Berg" rauf, auf der anderen Seite der Halbinsel wieder runter zum Strand. Am schmalsten Stück der Halbinsel (ca. 500m breit) wieder auf die andere Seite zum Parkplatz. Hört sich unspektakulär an, war aber sehr schön. Teilweise Strände, teilweise Steilküste, schöne Vegetation, wirklich herrlich. Und endlich mal eine einfache Wanderung für Cathrin, ohne Quälerei und Nervenkitzel. Fast, denn der Rückweg am Stand soll man nicht bei Flut machen. Aber was soll man machen, wenn man gerade bei Flut da ist? ;-) Naja, es sah am Anfang einwandfrei aus, wer konnte ahnen das nach 1.5 km der "Strand" ausgeht vor lauter Flut. Naja, ein wenig in den steilen Dünen klettern, ein bisschen nasse Füsse, schon ist man am Ziel. War nicht schlimm, im Sommer wäre es spassig gewesen.
Danach ging es dann zur Penguin Parade, vermutlich DIE Attraktion auf Phillip Island. Leider haben sich an dem Abend nicht so viele Pinguine aus dem Wasser getraut, ich schätze in Summe nicht mehr als 20. Ist schon nett anzuschauen, wenn die 30cm kleinen Pinguine ängstlich in Wasser verharren, bis sie sich dann endlich trauen über den Strand zu ihrem Bau zu "rennen". Aber so richtig viel konnte man nicht sehen, die sind halt klein und ca. 100m weg. Aber zum Glück rennen die Pinguine nachts überall dort rum, nicht nur am Strand. Nachts kommt jeder aus seinem Bau raus oder geht vom Meer zu seinem Bau. Dann kann man sich die süssen kleinen Pingus nochmal aus der Nähre betrachten, denn der Fussweg geht an vielen Pinguin-"Häusern" (Erdlöcher) vorbei.
Abends dann noch lecker asiatische Nudeln und ab nach Hause.
Am nächsten Morgen gemütlich frühstücken und packen und dann ging es noch mal los, ein wenig den Rest der Insel erkunden. Der Pyramidenfels war als erstes dran. Das war ein Fels vor der Steilküste in Pyramidenform. Nicht grandios, aber nett. Wir sind dann noch ein Stündchen dort spaziert, haben ein Wallabee beim Sonnen gesehen und sind dann weiter zum Blow hole. Das Blow hole ist eine Höhle, die von Wellen geflutet wird und das komprimierte Wasser dann geräuschvoll die Höhle verlässt. Hört sich spektakulärer an als es ist, aber auch das war nett. Es gibt hier viele Spazierwege an der Steilküste, einsame Strände und viel unberührte Natur, obwohl es ein Naherholungsgebiet für Melbourne ist.
War schon schön und wir kommen vielleicht nochmal im Sommer, wenn der Wind nicht so kalt bläst.