
Endlich wars soweit, die lang ersehnten Sommerferien waren da. Ich sträube mich irgendwie Weihnachtsferien zu sagen, denn das passt irgendwie nicht zu Sommer!
Ursprünglich hatten wir mal Neuseeland ins Auge gefasst, aber aus bekannten Gründen wollten wir lieber auf eine Flugreise verzichten, also ging es stattdessen nach Tasmanien, die Insel südlich von Melbourne. Da wir uns relativ spontan entschieden hatten und nicht den halben Urluab mit Zimmersuche verbringen wollen, haben wir uns entschieden unsere Campingsachen auszugraben und von Campingplatz zu Campingplatz zu fahren. Schont auch den Geldbeutel ;-)




Am Freitag den 18.12. ging es nach der Arbeit zur Fähre, der "
Spirit of Tasmania". Ein riesiges Schiff mit Restaurant, Geschaeft, Kino etc.
Abfahrt war um 19:30, Ankunftszeit ca. 6:30. Daher konnten wir uns den Sonnenuntergang vom Schiff aus anschauen.
Wir haben uns kein Zimmer gegönnt, weil das 200$ pro Weg mehr gekostet haette als ein grosser "Flugzeugsitz". Deswegen konnte ich natuerlich nicht so gut schlafen, aber wir hatten ja noch zwei Wochen Urlaub vor uns, da sollte Schlaf nachholen kein Problem sein.
In Devonport pünktlich angekommen, haben wir uns was zum Frühstücken gesucht, bevor wir den ersten Campingplatz angesteuert haben. Eigentlich wollten wir nach Bridport, aber das war uns dann doch zu weit, also haben wir uns spontan für den Campingplatz im Narawntapu National Park entschieden. Wir hatten einen Campingplatzführer, der alle Merkmale des Campingplatzes auflistet. Prioritaet hatte natürlich Toilette und Dusche. Letzteres gibt es gar nicht so häufig, denn viele Campingplätze liegen in Nationalparks, da ist nicht so mit Wasser und Abwasser.
Aber dieser hatte eine Duche am Visitorscenter ca. 5 Minuten mit dem Auto vom Campingplatz weg, das reicht.
Der Campingplatz war super direkt an einem Meeresarm gelegen. Es war nicht viel los und daher schön ruhig.
Am ersten Tag haben wir gleich ne kleine Wanderung (ca. 2 Stunden) zum höchsten Hügel in der Nähre gemacht um uns mal die Gegend von oben anzusehen. Aaahhhh, blauer Himmel, blaues Meer, weisser Strand, nur Natur, darauf haben wir uns gefreut!
Fürs Essen hatten wir unsere Gaskocher aus Japan im Einsatz, drei an der Zahl, einer für Wasser, eine kleine Topf und einer für einen grösseren Topf oder eine Pfanne. Wir hatten sozusagen alles dabei. Lediglich der Verzicht auf einen Kühlschrank bedeuetet, das man eher vom Supermarkt in den Mund leben muss, aber das ist akzeptabel, vorausgesetzt es gibt einen in der Nähe. Wie ihr euch denken koennt ist ein Supermarkt im Nationalpark nicht so leicht zu finden. Sprich, wir mussten ca. 30 Minuten mit dem Auto fahren. Geht noch.
Zwei Nächte hatten wir uns "eingebucht", für $24 in Summe. Am zweiten Tag habe ich so ziemlich gar nichts gemacht ausser lesen, sehr entspannend :-)

Am dritten Tag war dann Abfahrt Richtung Westen, denn wir wollten ja wenigsten ein wenig Overland-Track-Luft schnuppern, wenn wir schon nicht die 6-Tageswanderung machen konnten. Nach einen kurzen Zwischenstop in Launceston zum Mittagessen, haben wir dann unser Zelt(e) in Mole Creek für drei Nächte aufgeschlagen. Diesmal war der Supermarkt nur 4 km weg, da nicht in einem Nationalpark gelegen. Vorher noch kurz einen Zwischenstop in Launceston zum Mittagessen eingelegt.




Dieser Campingplatz war eine grosse Wiese mit einem kleinen Bächlein und Blick auf die Berge/Hügel. Sehr entspannte Atmosphäre, leider wurden nebendran die Felder abgemäht, was meinem Heuschnupfen nicht so gut getan hat. Trotz Medizin haette ich mir die Augen rauskratzen können!
Daher sind wir am nächsten Tag in den Cradle Mountain National Park gefahren, ca. 1:20 mit dem Auto und der Strat ds Overland-Track. Wir haben dann dort eine Wanderung gemacht, die teilweise die gleiche Route geht, aber wir mussten natürlich wieder am gleichen Tag ans Auto zurück. Ganz gron haben wir den Lake Dove umrundet mit tollen Aussichten. Das Wetter war leiden nieselig und wolkig, daher konnten wir nicht zum Cradle Mountan summit, aber wir waren am Fuss des Berges.
Am nächsten Tag war dann wieder Heuflucht angesagt, daher sind wir in die nahegelegenen Tropfsteinhöhlen Marakoopa Cave und King Salomon Cave. Dort gab es nichts zu Niesen ;-) Diese Höhlen waren relativ kleine, hatten aber erstaunlich Tropfsteine zu bieten. In der ersten Höhle gab es sogar Glühwürmchen. Diese hängen an der Decke und lassen einen Seidenfaden ab, mit dem sie dann die durch das Glühen angelockten Höhlenfliegen fangen. Bei absoluter Dunkelheit sieht das aus wie ein Sternenhimmel in einer Höhle, atemberaubend!
Zum Abschluss noch Devil Gullets Outlook, der auf beeindruckende Weise zeigt, das Tasmaniens Landschaft oft durch die Gletscher aus der Eiszeit und die dadurch verursachten Erosionen geprägt ist. Nicht gerade ein Grand Canyon, aber trotzdem sehr schön anzusehen.
Der nächste Tag war unseren lange Reisetag mit einigen Stunden Autofahrt rund um den Cradle Mountain/St Clair Nationalpark. Auf Empfehlung von Freuden sind wir über Corinna gefahren, eine Nest, dass nur durch kilometerlange unbefestigte Strassen zu erreichen ist und an einem Fluss liegt, der mit einer Fähre überquert werden muss.
Leider hat es an diesem Tag geregnet, von morgens bis abends. Daher konnte wir leider meist nur erahnen wie schön die durchfahrenen Gebiete sind. Im einheitsgrau sieht alles ein wenig fad aus.




Ziel war der Campingplatz am Lake St.Clair. Der Westen Tasmaniens ist etwas dünn besiedelt, daher mangelt es auch an Supermärkten. Da wir nicht sicher waren, was es für einen Supermarkt in Dewent Bridge, nahe am See, gibt, haben wir lieber auf dem Weg eingekauft. Das war eine sehr weise Entscheidung, denn in Derwent Bridge gab es nichts. Der nächste Supermarkt war der, wo wir eingekauft haben, 140km vom Campingplatz weg!!! In die andere Richtung genauso weit!!! Da war einfach nichts. Der Zeltplatz war eingentlich ziemlich gut, es gab auch eine Art Jugendherberge und ein Restaurant. Die Preise waren etwas teurer, denn alles musste von weit her transportiert werden.
Unser Reisetag war übrigens Heilig Abend. Zum Glück hat es dann aufgehört zu regnen, als wir unser Zelt aufgebaut haben. Das der Zeltplatz in den Bergen war (über 700m hoch) und schlechtes Wetter, war es dementsprechend kalt, ich schaetze in der Nacht 5° - 6°C. Cathrin hatte sich schon gut vorbereitet und in Melbourne Maggifix Pilz-Sahne-Sosse gekauft. Dazu gab es dann Pfanniknödel und Rindsteak! LECKER! Tolles Weihnachtsessen! Nach dem Essen sind wir dann aber schnell ins Zelt, denn draussen war es einfach zu kalt. Ein aussergewöhnliches Weihnachtsfest ;-)
Wir waren aber nicht ganz alleine, denn es waren wieder eine Menge wilder Tiere unterwegs.
Quolle,
Possums und
Pademelons waren Dauergäste. Ein Possum wollte sogar unsere Mülltüte klauen.
Der nächste Tag stand dann wieder unter dem Wanderstern. Mt Rufus war die nächste Erhebung mit toller Aussicht vom Nationalpark mit deinen vielen Seen und Bergketten! Diese Wanderung ging am Anfang etwas steil den Berg hoch, da musste Cathrin ganz schön schnaufen ;-) Die Wanderung war etwas länglich geworden, daher hat sie aber auch alles geboten. Von Wald, über Stauchlndschaft, Seen, Moor, Regenweld, alpines Terrain, alles dabei. Sehr schön.
Der folgende Tag war unter dem Motto: Schnell ins warme, sprich aus den Bergen raus!


Ein Park Ranger hat uns die Russell Falls empfohlen, also haben wir das mal als erstes Ziel anvisiert. Bei über 25°C und Sonnenschein liess ich das gleich viel besser an. Der Wasserfall war einer der schönsten, die ich bis jetzt gesehen habe. Er ging über mehrere Stufen, leider gab es nur Zugang zur untersten.
Danach schnell durch Hobart durch, bloss keine Zeit in der Stadt verschwenden, wenn man auch Natur haben kann ;-)
In Huonville schnell Grosseinkauf gemacht, wer weiss wo der naechste Supermarkt ist. Der nächste Campingplatz war in Cygnet. Wie sich herausgestelt hat, ist die Ostküste gut besiedelt und es gibt Supermärkte ohne Ende.
Der Zeltplatz war nicht der Knaller. Es war alles da, ausser Aussicht und Stille. Macht aber nix. 2 Nächte waren geplant.
Am Abend war ich dann Golf spielen, damit ich für das Turnier auf der Arbeit gut gerüstet bin ;-) $5 für eine gemähte Wiese mit Löchern, war aber trotzdem ganz nett.



Am nächsten Tag ging es nach ausgiebigem Frühstück nach Bruny Island mit der Fähre. Wir mussten erstmal über fast 1 1/2 Stunden warten, bis wir auf die Fähre konnten. Es war viel los.
Die Insel selbst war ganz nett, aber insgesamt waren wir etwas enttäuscht, wir hatten uns mehr erwartet, vor allem weil wir im australischen Äquivalent zum ADAC-Heftchen drüber gelesen hatten. Das Artiekl bezog sich aber hauptsächlich auf eine Bootstour, um sich die felsige Küste von "aussen" anzuschauen. Dieses ist aber schon um 8:30 abgefahren und ist wohl ne Ganztagestour... Egal, wir sind mit dem Auto überall mal rum, aber es ha ein wenig an absoluten Highlights gemangelt. Es gibt schöne Strände, aber mittlerweile sind wir verwöhnt, weil es viel schöne Straende in Tassi/Aus gibt.
Ein Tip von einer Besucherin vom Campingplatz in Cygnet war der Zeltplatz in Bechino, ein ganzes Stück nördlich gelegen. Das war das Ziel für den naechsten Tag. Vorher aber noch schnell am Air Walk vorbei, eine Stahlkonstruktion, die durch die



Baumwipfel führt. Interessant mal mit der anderen Perspektive. Es gab auch Besucher, die hatten etwas Probleme, weil nicht schwindelfrei. Eher ungeschickt das da rauszufinden ;-) Rund um den Airwalk gab es auch noch kleine Spaziergänge durhc unberührte Natur und zwei Hängebrücken, das haben wir uns nicht nehmen lassen. Die Hängebrücke war ganz schön wackelig, man konnte kaum ohne sich festzuhalten rübergehen. Spassig! Auf dem Rückweg am grössten Baum Australiens vorbei und weiter Richtung Bechino. Dort angekommen haben wir gar keinen Campingplatz gefunden (war auch keiner in unserem Reiseführer), sondern nur Caravan´Parks mit Zeltmöglichkeit. Leider nicht für uns, denn alle drei waren komplett ausgebucht! Bachino ist eine kleine Urlaubsstadt und

ziemlich populaer. Viele Restaurants, toller Strand, aber auch viele Leute.
Noch schnell einen Campingplatz 12km Richtung Norden angeschaut, aber da gab es kein fliessend Wasser und der Zeltplatz war 10 Fussminuten vom Parkplatz. Da sind wir kurzerhad umgedreht und haben glücklicherweise noch was am Lake Leak bekommen. Das was fast direkt am Seeufer, tolle Aussicht. Leise war es aber nicht, denn die Anglerfamilie hat die DJ-Aufgabe übernommen, ob wir wollten oder nicht. Wenigstens war die Musik OK und um 10 haben sie auch leise gemacht ;-)
Wir haben dort nur übernachtet und sind am nächsten Tag gleich weiter Richtung Freycinet.







Diese Halbinsel war schon ein Highlight. Aushängeschild ist die Wineglass Bay, mit weissem Sand und geformt wie ein Weinglass. Die Bucht lag im Nationalpark, sprich entweder zu Fuss oder gar nicht. Natürlich sind wir hin, lag nur ein kleiner Berg zwischen dem Parkplatz und der Bucht. Von dort oben hatte man schöne Aussicht auf die eine Seite zur Coles Bay und eben zur Wineglass Bay. Einen gemütlichen Mittagshappen an der Bucht später sind wir den Rundkurs über Hazard Beach zurückgewandert. Auf halbem Weg haben wir noch einen aus Sydney getroffen und viel geschwätzt.
Unterwegs ist uns dann auch noch ein
Echidna über den Weg gelaufen, sieht aus wie ein Igel.
Nach knapp 4 Stunden waren wir wieder am Auto. Es war ganz schön heiss an dem Tag. Nachdem wir uns Die Honeymoon Bay angeschaut haben, eine weitere kleine Bucht mit interessanten rundgelutschten Felsen gines um Aussichtspunkt Cape Tourville mit Leuchtturm. Dort haben sie um das halbe Kap ein stegartige Konstruktion gebaut, damit man eine noch bessere Aussicht über die Halbinsel hat. Das hat sich gelohnt, ein toller Ausblick!
Um etwas Zeit zu sparen wollten wir dann nicht in Freycinet bleiben, wo zwar alles ausgebucht war, aber unser Wanderkamerad uns seinen Zeltplatz angeboten hat, sondern wollten am Abend schon nach "Bay of Fires" fahren, was wir uns am nächsten Tag anschauen wollten.



Bei Bay of Fires gibt es eine ganze Reihe von Campingplätzen, nur einer mit Dusche und das auch noch kalt, die anderen zumindest mit Toilette. Aber es war wirklich alles belegt. Wir haben uns all angeschaut. Nur ein Plätzchen haben wir noch gefunden, ab einem Platz ohne Wasser oder Toilette. Naja, ist ein Campingurlaub, da muss man durch, also haben wir uns im Wald unser Zelt aufgebaut, es war sonst keine an dieser Stelle, also absolute Einsamkeit. Dann konnte wir uns auch in Ruhe mit unseren Wasserreserven waschen.
Ohne von wilden Tieren angefallen zu werden sind wir am nächsten Morgen die Bay of Fires hoch und runtergefahren. Leider war es bewölkt, daher nicht ganz so toll. Aber auch hier Traumstrände, menschenleer und über all wieder rundgelutschte Felsen mit orangener Farbe. Sah schon toll aus.
Nachdem wir auf jeglichen "Luxus" verzichten mussten, wollten wir zum Abschluss einen Zeltplatz mit Dusche usw. haben. In der Hoffnung das Bridport was taugt, sind wir dorthin gefahren. Wir hatten noch 4 Nächte und nur noch ein Programmpunkt auf der Liste, also war Entspannung angesagt. Zum Glück gab es gerade so noch einen Zeltplatz für vier Tage. Dieser war 1 Fussminuten vom Strand weg und noch keine 10 Fussminuten vom "Zentrum". Immerhin gab es zwei Supermärkte, Bäcker und Metzger. Das konnten nur angenehme vier Tage werden. Und so war es auch. Am Abend noch schnell ne Runde Golf beim Bridport Club gespielt ($10) und eine Reservierung für eine Golfplatz auf Platz 5 der Weltrangliste in
Barnbougle ($60). Das ist für australischer Verhältnisse verdammt teuer, aber im Vergleich zu anderen Ländern ein Witz.
Dort habe ich auch gleich am nächsten Morgen gespielt und weil es ein absolut toller Golfplatz war, gleich nochmal eine Reservierung für die zweiten 9 Löcher zwei Tage später.
Der Rest war hauptsächlich entspannen, lesen, schlafen. Auch am zweiten Tag ist nicht viel passiert, ausser rumgammeln und am Abend mit dem Kanu von unserem Campnachbarn rumpaddeln, bis die Arme schwer wurden (nach ca. 15 Minuten ;-)




Silvester war ähnlich uspektakulär. Wir haben bei Vollmond am Strand gesessen und den Böllern und Raketen der anderen Leute nachgeschaut.
Samstag war unser letzter Punkt auf der Liste. Mt William National Park. Dort gab es einen 1 stündigen Walk zur höchsten Erhebung (ca. 200m) mit Block über den National Park. Leider war dieser nicht so toll. Vielleich kann es einer der berühmten Strände noch retten. Und auch hier wieder weisser Sand und hellblaues Wasser (zumindest optisch, liegt ja nur am Sand). Schöne Strände mit Campingplätzen direkt am Meer. Aber keine Dusche, also haben wir es besser ;-)
Das war dann her ein halber Tag, schön, aber auch nicht umwerfend, mensch sind wir verwöhnt. Ihr würdet vermutlich jetzt noch da liegen und schwärmen ;-)
Am Abend haben wir uns dann Pizza gegönnt, man kann ja nicht immer selbst Kochen!
Das war dann leider schon der letzte Abend, die ruhigen vier Tage gingen schnell rum, waren aber auch schön entspannend.




Schön die Zelte sauber gemacht und verpackt, dann ging es auf den Heimweg. In Launceston wollten wir und den Catarct Gorge anschauen, ein felsiges Tal mit Spazierweg. Zu unserer Überraschung fanden wir am Ende ein angestautes Becken im Fluss und sogar ein Freibad in tollster Lage. Leider hatten wir keine Zeit und keine Sachen um mal kurz reinzuspringen. Wirklich eine sehr schöne Gegend um einen Sommertag zu verbringen.
Weiter ging es dann nach Devonport, wo wir uns zum Abschluss nochmal Mexikanische Küche gegönnt haben. Wir waren nicht so oft Essen gewesen.
21:00 Uhr war dann Abfahrt, kurz nach Sonnenuntergang. Das hat uns die Möglichkeit gegeben den Abendhimmel vom Schiff aus zu betrachten und die Erinnerungen des Urlaubs sacken zu lassen.